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Parfüm: Billiger dank Tannen-Gen
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Forschung

Parfüm: Billiger dank Tannen-Gen

12.04.2012 - Revolutioniert ein Tannen-Gen die Parfümindustrie? Ein ehemals aus
Walen gewonnener Basisstoff könnte dank Biotechnologie nachgemacht werden.

Wenn Pottwale scharfkantige unverdauliche Essensreste hochwürgen, sind diese von einer grauen, wachsartigen – und nach längerer Alterung auch wohlriechenden – Substanz umgeben. Dieses sogenannte Ambra war jahrhundertelang Grundlage für Parfüme, da es die Verweildauer des Geruchs auf der Haut verlängert. Aus Artenschutz- und Kostengründen findet man Ambra heutzutage aber nur noch in wenigen Luxusparfümen. Zumeist werden chemisch synthetisierte Ersatzstoffe zur Produktion des Hauptinhaltsstoffes Ambroxan eingesetzt. Das wichtigste dieser Ausgangsprodukte ist cis-Abienol. Genetiker der Universität British Columbia um Jörg Bohlmann haben jetzt das Gen identifiziert, das für die Synthese dieses Alkohols notwendig ist (Journal of Biological Chemistry). Das Interessante daran: Die Forscher aus Vancouver suchten (und fanden) es nicht in den Magenschleimhäuten der Pottwale, sondern – wie von Kanadiern nicht anders zu erwarten – in der Rinde eines Baumes.  

Im Rahmen des Projekts „PhytoMetaSyn“ werden Stoffwechselwege von Pflanzen analysiert, die hochwertige Duftstoffe produzieren. Der Botaniker Bohlmann konzentrierte sich mit seinem Team dabei auf die nordamerikanische Balsamtanne – mit Erfolg. Den Forschern schwebt nun vor, cis-Abienol auf biotechnologischem Wege herzustellen. Dazu wollen sie das entdeckte Gen in Hefezellen einbringen. Bohlmann sieht eine Reihe von Vorteilen: „Mit Hilfe des Gens können wir den Naturstoff viel effizienter produzieren, was die Herstellung des Parfümgrundstoffs Ambroxan weniger teuer und viel nachhaltiger macht.“  

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