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Bild VergrößernForschung
Trojanische Bakterien
16.02.2012 - Erfolg für belgische Forscher: Ihr gentechnisch verändertes Bakterium soll bald als Trojanisches Pferd in den Kampf gegen die Schlafkrankheit ziehen.
Jährlich erkranken noch Tausende an der Afrikanischen Trypanosomiasis, der Schlafkrankheit. Die Erreger, sogenannte Trypanosomen, verhalten sich dabei so geschickt, dass eine Immunantwort der Erkrankten ausbleibt. Forscher des Instituts für tropische Medizin in Antwerpen wollen jetzt versuchen, die Trypanosomen schon im Übertragungswirt anzugreifen. Ihr Ziel: die Tsetse-Fliege. Die belgischen Tropenmediziner ließen sich bei der Ausarbeitung ihrer Kampfstrategie von den antiken Griechen inspirieren. In der gestrigen Ausgabe des Fachblatts Mikrobielle Zellfabriken stellten sie ein Projekt vor, das an das Trojanische Pferd erinnert.
Zum ersten Mal konnten die Wissenschaftler ein natürlich im Verdauungssystem der Fliege vorkommendes Bakterium gentechnisch verändern. Dieses Bakterium, Sodalis glossinidius, wurde so modifiziert, dass es einen Nanoantikörper gegen ein Oberflächenprotein des Parasiten herstellt und auch absondert. Die Hoffnung der Forscher: Mit diesen unscheinbaren Bakterien gelangen die Nanoantikörper in die Tsetse-Fliege, also genau dorthin, wo sich die zu bekämpfenden Trypanosomen aufhalten.
Trypanosomen sind einzellige Parasiten, die ausschließlich in Afrika vorkommen. Der Lebenszyklus ist durch eine Reihe von Wirtswechseln bestimmt. Neben der Tsetse-Fliege als Überträger gehören unter anderem noch eine Reihe von Säugetieren als Parasitenspeicher dazu. In Abhängigkeit von der Trypanosomenart können Wildtiere, das Rind oder auch der Mensch solch Reservoirs für Trypanosomen bilden.











