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Milzbrand-Brief – na und?
09.02.2012 - Manche Menschen können einem Anthrax-Anschlag gelassener entgegensehen als andere. Das liegt in den Genen, haben US-Forscher jetzt herausgefunden.
Was haben HIV/AIDS, Malaria, Hepatitis, Lepra und Milzbrand (Anthrax) gemeinsam? – Bei all diesen Infektionskrankheiten hängt das Ausmaß der Erkrankung nicht nur von der Gefährlichkeit des individuellen Erregers, sondern auch von der genetischen Widerstandskraft des Angegriffenen ab. Während beispielsweise Milzbrand-Bakterien für manche Menschen extrem gefährlich sind, scheinen andere nahezu immun zu sein. Forscher um Stanley Cohen von der Stanford Universität in den USA haben jetzt ein Gen identifiziert, das diese Abwehrkraft entscheidend beeinflusst. Ihre Ergebnisse wurden am 6. Februar 2012 in der Zeitschrift PNAS veröffentlicht.
Die kalifornischen Forscher untersuchten die Anthrax-Toxin-Empfindlichkeit von 234 verschiedenen menschlichen Lymphzelllinien. Das Experiment zeigte, dass manche Zellen eine 250-mal höhere Giftkonzentration überlebten als andere. Die Wissenschaftler entdeckten daraufhin die genetische Ursache dafür – das Gen CMG2. Je mehr Boten-RNA (mRNA) dieses Gens in der Zelle war, desto sensibler reagierte sie auf den Anthrax-Angriff. Wie stark das Gen CMG2 abgelesen wird, hängt nicht von der Wachstumsrate der Lymphzellen oder den Umweltbedingungen ab, so die Forscher. Einzig die genetische, zellinterne Regulierung des Gens scheint für die Unterschiede verantwortlich zu sein – und diese ist von Person zu Person verschieden.
Komplexe Eigenschaften wie die Anfälligkeit gegenüber Angriffen von Bakterien werden von vielen verschiedenen Genen bestimmt. Der Einfluss des nun identifizierten Gens erklärt ungefähr 17% aller Unterschiede in der Empfindlichkeit gegenüber Anthrax-Angriffen. Das ist ein extrem hoher Wert – denn das Gen mit dem größten Einfluss auf die Körperhöhe bei Menschen erklärt diese letzten Endes nur zu 0,3%.











