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Impfstoff drücken, nicht Heroin
10.02.2012 - Ausgerechnet im von Drogenkriegen gebeutelten Mexiko soll ein neuer Heroin-Impfstoff entwickelt worden sein.
„Wer braucht einen Grund, wenn man Heroin hat?“ – Letztlich schafft Ewan McGregor im Kultfilm „Trainspotting“ den schmerzhaften Ausstieg. Aber vielleicht gelingt das bald noch viel einfacher: Der mexikanische Gesundheitsbeamte Salomon Chertorivski berichtete Anfang Februar auf einem Treffen in Ciudad Juarez, dass ein Team des Nationalen Instituts für Psychiatrie (INP) einen Heroin-Impfstoff entwickelt hat. Nach vielversprechenden Versuchen in der Ratte ließ sich die Regierung die Behandlungsmethode bereits patentieren.
Das INP aus Mexiko-Stadt erklärte bereits 2006 im Immunologie-Fachblatt Vaccine, eine „neue Struktur eines zweiwertigen Impfstoffs gegen Morphin/Heroin“ entworfen zu haben. Ob es sich bei dem aktuellen Impfstoff um eine Weiter- oder Neuentwicklung handelt, ist noch nicht bekannt. Chertorivski sagte, dass nach den Tierversuchen nun klinische Studien an Menschen folgen würden. Allerdings bremste er die Euphorie ein wenig: „Dieses Verfahren wird noch mindestens fünf Jahre Arbeit in Anspruch nehmen.“
Über einen neuartigen Impfstoff gegen Nikotin berichtete Laborwelt im Dezember 2011. Im Juli 2011 wurde bereits ein anderer Heroin-Impfstoff vorgestellt, der bei immerhin drei von sieben geimpften Ratten Wirkung zeigte: Die Tiere hörten auf, sich mit Heroin vollzupumpen. Bei allen Ansätzen löst der Impfstoff eine Immunantwort aus. Die durch das Immunsystem abgefangenen Drogen gelangen dann nicht mehr an die Rezeptoren im Gehirn, das Lustgefühl bleibt aus. INP-Direktorin María Elena Medina Mora ist voller Hoffnung: „In Zukunft kann man Ausstiegswilligen mit dem Impfstoff helfen. Wir hoffen, dass geimpfte Personen ein geringeres Interesse an der Droge zeigen.“











