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Bild VergrößernForschung
Spielend neue Enzyme designen
26.01.2012 - Wissenschaftler der Universität Seattle haben die Schwarmintelligenz von Computerspielern genutzt, um ihr Retorten-Enzym zu verbessern.
Am Computer daddeln und das als echte Wissenschaft verkaufen? – Mit „Foldit“ kein Problem. Seit 2008 kann man mit Hilfe dieses Computerspiels von der heimischen Couch aus an der Aufklärung von Proteinstrukturen mitarbeiten (mehr...). Als „Foldit Players“ zusammengefasst, tauchten die Spieler am 22. Januar 2012 als Mitautoren eines Artikels im Wissenschaftsjournal Nature Biotechnology auf (mehr...). Das Besondere der Studie: Statt wie bisher die Struktur eines in der Natur vorkommenden Proteins aufzuklären, wurde jetzt an einem von Grund auf neu erdachten Enzym gearbeitet.
Bereits 2010 entwickelten Chemiker um David Baker von der Universität Seattle in den USA das Retorten-Enzym DA_20_10. Dieses Enzym katalysiert eine sogenannte Diels-Alder-Reaktion. Allerdings erwies sich Bakers Enzym als nicht sehr effizient. Mit Hilfe der „Foldit“-Gemeinschaft konnte seine Aktivität nun auf das 18-Fache erhöht werden. Vorraussetzung für diesen Erfolg waren einige Neuerungen an der „Foldit“-Software: Statt nur einzelne Aminosäuren austauschen zu können, waren nun auch drastische Veränderungen am Rückgrat des Enzyms möglich. So weist das optimierte Enzym ganze 13 Aminosäuren mehr auf als das Original von Baker.
Aufgrund der schier unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten schalteten die Wissenschaftler einen erfahrenen „Foldit“-Spieler zwischen sich und die Spielgemeinschaft. Er analysierte die Vorschläge und ließ einige davon durch Laborexperimente überprüfen. Auf diesem Wissen aufbauend, lenkte er dann die Entwicklung in der Spielgemeinschaft in sinnvolle Richtungen. Wie „Foldit“ eigentlich genau funktioniert, wird in diesem Video erklärt.











