Nachrichten

H5N1-Supervirus auf Eis gelegt
Bild vergrößern

Forschung & Ethik

H5N1-Supervirus auf Eis gelegt

23.01.2012 - Weltweit stoppen Vogelgrippe-Experten ihre Experimente für 60 Tage. Das Moratorium soll Raum für sachliche Diskussionen schaffen.

Es ist eine Atempause in der hitzigen Debatte um die Forschung an hochpathogenen Viren: Vergangenen Freitag versprachen insgesamt 39 Vogelgrippe-Experten freiwillig, für 60 Tage nicht mit lebenden, auf Säugetiere übertragbaren H5N1-Viren zu forschen (more...). Die Erklärung unter der Federführung der Virologen Ron Fouchier (Rotterdam, Niederlande), Adolfo García-Sastre (New York) und Yoshihiro Kawaoka (Madison, beide USA) wurde über die Wissenschaftsmagazine Science und Nature verbreitet. Die Beobachtung natürlich auftretender H5N1-Varianten sei aber von dem Verzicht nicht betroffen und die Entdeckung möglicher neuer Grippe-Pandemien somit nicht beeinträchtigt.

Die Forscher wollen mit diesem Moratorium den Regierungen Zeit geben, jene Gesetze und Regelungen zu überprüfen, die die Arbeit an hochpathogenen Organismen betreffen. In ihren Augen werde momentan das Risiko ihrer Forschung zu hoch und der Nutzen zu niedrig bewertet. Sie hoffen, durch eine Neueinschätzung und mögliche Nachbesserungen bei Sicherheitsaspekten das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.

Die Forschung hilft zu erkennen, ob bestimmte Vogelgrippeviren auch eine Gefahr für den Menschen darstellen können. Allerdings schürt sie auch die Angst in der Bevölkerung: Können die Viren aus den Laboren entweichen – oder gar von Terroristen rekonstruiert werden? Die Diskussion verschärfte sich im September 2011 als Fouchier bei Frettchen zeigen konnte, dass man gentechnisch aus einem schwer auf Säugetiere übertragbaren H5N1-Virus ein hoch ansteckendes machen kann (mehr...). Seine dem Fachblatt Science zur Begutachtung vorgelegten Ergebnisse wurden bisher aus politischen Gründen noch nicht veröffentlicht.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-01/h5n1-supervirus-auf-eis-gelegt.html

Gentechnik

30.06.2016 Beifuß war bisher die einzige Quelle für Artemisinin, ein wichtiger Bestandteil von Malariamedikamenten. Jetzt rüsteten Max-Planck-Forscher Tabakpflanzen so auf, dass sie die Vorstufe Artemisininsäure produzieren – billig und in großen Mengen.

Biochemie

27.06.2016 Krebserkrankungen sind im Normalfall nicht von Organismus zu Organismus übertragbar. Zu den wenigen Ausnahmen kommt nun eine weitere hinzu: Bei Muscheln fanden internationale Forscher einen Krebs, der sich über Ansteckung verbreitet – sogar über Artengrenzen hinweg.

Chemie

22.06.2016 Um Weinsorten zu unterscheiden, braucht es eine feine Zunge und Jahre der Erfahrung, so heißt es. Doch Heidelberger Forscher haben nun einen Sensor entwickelt, der Weißweine anhand eines chemischen Fingerabdrucks mittels Fluoreszenz erkennt.

Klimawandel

20.06.2016 Das erste Säugetier ist dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Australische Forscher erklärten die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte für ausgestorben. Die Nager waren nur auf einer einzigen Insel des Great Barrier Reef zuhause.

Fotosynthese

15.06.2016 Krebsrot nach dem Sonnenbaden - das kann weh tun. Aber nicht nur Menschen, auch Pflanzen müssen sich vor Sonnenbrand schützen. Die Grünalge C.reinhardtii tut das mit einem speziellen Protein, wie Forscher herausfanden.

Psychologie

13.06.2016 Die meisten glauben, sie wären glücklicher, hätten sie nur mehr Geld. Die wirklich glücklichen Menschen jedoch wünschen sich nur eins: mehr Zeit. Das fanden kalifornische Forscher heraus.

Psychiatrie

08.06.2016 Ärger zu Hause oder im Büro zehrt an den Nerven und beeinflusst enorm die Leistung. Verantwortlich dafür ist das Hormon CRH, dass bei sozialem Stress aktiv wird, wie Max-Planck-Forscher erstmals zeigen konnten.

Ökologie

06.06.2016 Die Weltmeere sind voller Plastik. Das hat einen gewaltigen Einfluss auf das Leben von Fischen. Diejenigen von ihnen, die mit Plastikkost aufwachsen, legen merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag – und sterben schnell.

Epigenetik

01.06.2016 Kinder, die in Armut aufwachsen, leiden später häufiger an Depressionen, wie US-Forscher jetzt beweisen konnten. Die Veränderungen im Gehirn können danach sogar das Erbgut verändern, so dass die Krankheit möglicherweise weiter vererbt wird.

Klimaerwärmung

30.05.2016 Steigende Wassertemperatur in den Ozeanen ist keine gute Nachricht für die meisten Meeresbewohner. Aber nicht für den Oktopus. Die achtarmigen Kopffüßer sind unter den Gewinnern der Ozeanerwärmung, zeigen australische Forscher.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte