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Jennewein gewinnt Pfizer als Großkunden für Muttermilch-Zucker
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Jennewein gewinnt Pfizer als Großkunden für Muttermilch-Zucker

20.09.2011 - Das rheinland-pfälzische Familienunternehmen Jennewein Biotechnologie GmbH beliefert den Pharmakonzern Pfizer künftig mit biotechnisch hergestellten Zuckern, die natürlicherweise nur in Muttermilch vorkommen.

Ein kleines deutsches Familienunternehmen kooperiert künftig mit einem der größten Pharmaproduzenten der Welt, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Der US-Konzern Pfizer wird bestimmte biotechnologisch hergestellte Zucker von derJennewein Biotechnologie GmbH beziehen. Die sogenannte Fucosyllactose gehört zur Gruppe der humanen Milch-Oligosaccharide (HMO). Diese Moleküle kommen natürlicherweise in Muttermilch vor. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein hoher Fucosyllactose-Gehalt in der Muttermilch beim Neugeborenen das Risiko von Durchfallerkrankungen sowie viralen und bakteriellen Infekten senkt.

Der dahinterstehende Mechanismus: Die Fucosyllactose in der Muttermilch ähnelt in ihrem Aussehen genau den Zellen, die im Darm typischerweise von Krankheitserregern angegriffen werden. Sie funktionieren deswegen wie ein molekularer Täuschkörper. Die Krankheitserreger binden an den frei im Darm vorliegenden Mehrfachzucker und können so die eigentlichen Zellen nicht mehr angreifen. Die unschädlich gemachten Keime werden dann aus dem Körper gespült, ohne seine infektiöse Wirkung entfalten zu können. Darüber hinaus haben HMOs und Fucosyllactosen eine präbiotische Wirkung auf die Darmflora. Sie helfen dabei, das noch junge Darmsystem zu entwickeln, indem sie selektiv für den Menschen nützliche Darmbakterien im Wachstum fördern. Nur diese – vor allem Milchsäurebakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen – können die für den Menschen unverdaulichen Oligosaccharide spalten und verwerten.

Bisher keine industrielle Herstellung möglich

Für die Industrie könnten die Mehrfachzucker daher ein wichtiger Bestandteil von Babynahrungsmitteln werden. Auch für Pfizer ist das ein wichtiger Geschäftszweig: Allein 2010 setzte der Pharmakonzern weltweit 1,9 Mrd. Dollar mit Lebensmitteln für die Kleinsten um. Dass die Fucosyllactose der Babynahrung bisher nicht zugesetzt wurde, lag vor allem an Problemen mit der Herstellung. Bisher fehlten Prozesse, mit denen sich große Mengen des Stoffs produzieren ließen. Einige Hersteller haben das Problem in der Vergangenheit umgangen. Milupa zum Beispiel hat Zuckermoleküle mit ähnlicher Wirkung bisher aus Kuhmilch oder Chicorée isoliert. "Zucker aus Kuhmilch können nur vor Rinderkrankheiten schützen, nicht vor menschlichen Keimen", erläutert Stefan Jennewein, der die Firma im Jahr 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Klaus und dessen Frau Amélie gegründet hat. 

Mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das in Rheinbreitbach bei Bonn beheimatete Unternehmen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Zucker biotechnologisch herstellen lassen. Die grundlegenden Vorarbeiten wurden im Programm BioChancePlus mit insgesamt 1,2 Millionen gefördert. Die biotechnisch hergestellten Zucker sind hierbei mit ihren natürlichen Vorbildern aus der menschlichen Muttermilch identisch: Sie werden mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen und speziellen Enzymen produziert. Seit 2009 ist das Unternehmen in der Lage, die komplexen Mehrfachzucker in industriellem Maßstab zu produzieren. Für den Abnehmer Pfizer werde man den Stoff künftig “im Tonnenmaßstab” produzieren, kündigte StefanJennewein nun in der FTD an. Vorerst geht es vor allem darum zu klären, wie der Rohstoff aufbereitet werden muss, damit Pfizer ihn möglichst einfach in den eigenen Produkten verwenden kann. Ab 2014 sollen dann die ersten Produkte im Handel erhältlich sein. Der Einsatz der Mehrfachzucker ist dabei nicht auf Babynahrung beschränkt. Langfristig ließen sich auch Säfte oder Joghurts mit den gesundheitsförderlichen Stoffen versetzen.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2011-04/jennewein-gewinnt-pfizer-als-kunden-fuer-muttermilch-zucker.html

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