
David Vöhringer
L3-Larven des Parasiten Nippostrongylus brasiliensis.
Immunologie
Parasiten als Immun-Helfer
Wie kann unser Körper besser vor Allergien und Autoimmunreaktionen geschützt werden? Laut dem Infektionsbiologen David Vöhringer könnten bestimmte Wurmparasiten die Antwort liefern.
Wie die Erlanger Forscher am 15. Januar in Journal of Immunology veröffentlichten, hatten die Wurmparasiten auf bestimmte Formen von T-Helferzellen einen positiven Effekt.
T-Helferzellen spielen normalerweise eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Erregern. Bei Autoimmun-Erkrankungen wie beispielsweise Multipler Sklerose oder Typ-I-Diabetes bilden sich allerdings T-Helferzellen, die eine starke Entzündungsreaktion auslösen.
In Ländern mit geringen Hygienestandards treten Autoimmunkrankheiten hingegen seltener auf. „Eine Hypothese besagt, dass eine Infektion mit Wurmparasiten, die in diesen Ländern häufig vorkommen, vor ungewollten Reaktionen des Immunsystems wie Allergie und Autoimmunität schützen kann“, erklärt Prof. Vöhringer.
Die Forscher konnten in ihren Versuchen zeigen, dass bei Mäusen, die mit dem Wurmparasiten Nippostrongylus brasiliensis infiziert wurden, die für Autoimmunprozesse verantwortlichen Th1- und Th17-Zellen zu Th2-Zellen umprogrammiert werden können. „Damit ist uns erstmals ein konkreter Nachweis dafür gelungen, dass Wurmparasiten einen positiven Effekt auf die Umprogrammierung von T-Zellen und damit auf unser Immunsystem haben“, sagt Prof. Vöhringer.
Ziel der Erlanger Forscher ist es nun herauszufinden, wie die Würmer das Immunsystem beeinflussen, um neue Ansätze zur Entwicklung wirksamer Medikamente zu liefern.































