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Qualle aus Rattenherz-Zellen
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Forschung

Qualle aus Rattenherz-Zellen

Sie sieht aus und bewegt sich wie eine echte Qualle. Doch die blaue Meduse ist ein biologisches Imitat. Herzmuskelzellen aus Ratten bringen das Silikon-Gerüst zum Schwimmen.

Ein US-Forscherteam hat erstmals eine bio-künstliche Qualle erschaffen, die wie ihr natürliches Vorbild durchs Wasser schwebt. Der Silikonkörper der Kunst-Meduse zieht sich eigenständig rhythmisch zusammen. Möglich wird dies durch in das Silikon platzierte Herzmuskelzellen von Ratten. Die Wissenschaftler der Harvard University in Cambridge und des California Institute of Technology in Pasadena veröffentlichten ihre Ergebnisse am 22. Juli in der Fachzeitschrift Nature Biotechnology.

Die US-Wissenschaftler studierten zunächst an Ohrenquallen die Form und Verteilung der Muskelzellen. Anschließend schufen sie einen flachen, runden Silikonkörper mit acht Ausstülpungen. In die winzige Quallenform impften sie in genau vorher festgelegten Bahnen Zellen von Rattenherzen ein. Diese hatten sich bereits nach wenigen Tagen zu einem Muskelzell-Netzwerk verbunden. Für das Gelingen des Experimentes war dann nur noch etwas Starthilfe in Form eines Elektroschockes notwendig. Ähnlich wie nach dem Impuls eines Herzschrittmachers schlugen die Herzmuskelzellen kurz darauf selbständig im Takt, so dass sich die Qualle normal fortbewegen konnte. Den Schwimmerfolg ihrer Silikonqualle haben die Wissenschaftler auch in einem Video festhalten.

Die Forscher sind überzeugt, dass es mit ihrer Methode auch möglich ist, andere Strukturen oder Organismen nachzubauen. So wäre auch die Herstellung künstlicher menschlicher Organe – wie beispielsweise einem Herzen – denkbar.

laborwelt.de/al

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