Bild der Woche

"Insekten aus dem All" identifiziert
Bild vergrößern

Forschung

"Insekten aus dem All" identifiziert

Von Artenkundlern werden Fächerflügler auch scherzhaft als „Insekten aus dem All“ bezeichnet. Der Grund: Über den Ursprung der bizarren Winzlinge diskutieren Forscher nun schon seit fast 200 Jahren. Mit DNA-Analysen wurde das taxonomische Rätsel nun geknackt.

Sie sehen nicht nur unglaublich geheimnisvoll aus, ihre Herkunft war auch lange rätselhaft. Über ein Dutzend verschiedene Insektengruppen haben Forscher schon als nächste Verwandte der eigenartigen Fächerflügler diskutiert. „Insektenforscher sind einiges gewohnt, was seltsames Aussehen und Verhalten ihrer Forschungsobjekte betrifft. Fächerflügler haben jedoch besonders ungewöhnliche Eigenschaften. Manche Wissenschaftler haben die Fächerflügler sogar scherzhaft als ‚Insekten aus dem All‘ bezeichnet, weil man sie aufgrund ihrer Merkmale keiner Position im Stammbaum zuordnen konnte“, so Erich Bornberg-Bauer vom Institut für Evolution und Biodiversität aus Münster. Jahrhundertelang waren sich Forscher nicht einig, ob die parasitären Fächerflügler eng mit Käfern oder Fliegen verwandt sind oder ob sie außerhalb dieser Gruppen stehen. Nun ist klar: bei den Fächerflüglern handelt es sich um eine Schwestergruppe der Käfer – beide Gruppen hatten einen gemeinsamen Vorfahren. Die Ergebnisse veröffentlichte Bornberg-Bauer nun zusammen mit seinen Kollegen Oliver Niehuis und Bernhard Misof vom vom Zentrum für molekulare Biodiversitätsforschung aus Bonn am 14. Juni im Journal Current Biology.

Gelungen ist die Einordnung der Fächerflügler anhand einer in Tunesien entdeckten bisher unbekannten Art, die jetzt den Namen Mengenilla moldrzyki trägt. Um ihren Ursprung zu bestimmen kombinierte das internationale Wissenschaftler-Team die traditionelle Beschreibung morphologischer Eigenschaften mit modernen molekularbiologischen Methoden. Das ermittelte Genom verglichen die Forscher anschließend mit elf bereits bekannten Insekten-Genomen und dem neu analysierten Erbgut eines Käfers. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stellen eine Premiere dar: Erstmals wurde zeitgleich mit der Erstbeschreibung einer Spezies auch das gesamte Genom und die Einsortierung in den Stammbaum präsentiert. „Diese Beschreibung markiert einen Meilenstein in der Evolutions- und Biodiversitätsforschung“, sagt Bernhard Misof.

Die Insektengruppe der Fächerflügler umfasst über 500 Arten. Die Insekten werden im Schnitt nur 0,2 Millimeter groß und nur die erwachsenen Männchen besitzen die auffälligen Flügel. Die Fächerflügler-Weibchen verbringen ihr gesamtes Leben als Parasit im Körper von anderen Insekten wie Wespen oder Silberfischchen. Die Männchen hingegen leben nur wenige Stunden, in denen sie sich ausschließlich der Suche nach Weibchen und der Paarung widmen. 

laborwelt.de/al

Bilder der Woche

Seite:18676 Chlamydien verhindern Zell-Selbstmord

Syphilis, Tripper, Chlamydien: In Europa infizieren sich wieder vermehrt Menschen mit diesen… mehr

Seite:18598 Mini-Mägen aus der Petrischale

Sie sind zwar nur so groß wie ein Stecknadelkopf, ihre Gewebe sind allerdings wie die ihres großen… mehr

Seite:18550 Lebenserwartung doch nicht vorhersehbar

Diese Meldung in Nature war eine kleine Sensation: Mit einer simplen Messung konnten Forscher aus… mehr

Seite:18495 Hüftgold schmilzt durch Adenosin

Unter dem Mikroskop sind sie leicht zu unterscheiden: Das Energie-verbrennende braune und das… mehr

Seite:18428 Extreme Anpassungen sind keine Einbahnstraße

Passionsblumen mit langer Blütenröhre sind hoch spezialisiert: Nur eine einzige Kolibri-Art kann… mehr

Seite:18334 Bakterien: Von Zwergen und Riesen

Angenommen, wir Menschen wären zwischen 0,6 Metern und 6 Metern groß. Während ein zehnfacher… mehr

Seite:18290 Neue Antibiotika-Theorie

Viele Infektionen, die früher den sicheren Tod bedeuteten, lassen sich heutzutage mit Antibiotika… mehr

Seite:18137 Implantierte Nervenzellen werden Teil des Gehirns

Abgestorbene und kranke Nervenzellen einfach durch neue Zellen zu ersetzen - so könnten Krankheiten… mehr

Seite:18101 Seitensprung mit tödlichen Folgen

Die Untreue über Artgrenzen hinweg kann fatal sein – zumindest für bestimmte Fadenwurm-Weibchen.… mehr

Seite:18057 3D-Herzschlag in Zeitlupe

Sie überleben auch einen Herzstillstand von mehreren Stunden völlig unbeschadet:… mehr

Seite:17968 Flimmerhärchen künstlich nachgebaut

Einzeller bewegen sich durch Flimmerhärchen fort. Sie künstlich nachzubauen, ist Forschern mittels… mehr

Seite:17895 Genetischer Ursprung von Sprache und Bewegung

Damit Vögel fehlerfrei trällern können und Menschen richtig sprechen lernen, ist ein intaktes… mehr

Seite:17816 Blindmull-Genom entziffert

Der Blindmull ein Phänomen: Der Nager wird erstaunlich alt, bekommt keinen Krebs und kann mit sehr… mehr

Seite:17736 Rotes Leuchten schreckt Konkurrenz

Blau, blau, blau sind alle Fische in den Meerestiefen. Doch manche Fische wissen, wie sie sich ins… mehr

Seite:17705 Besser sehen dank Reparaturdefekt

Mäuse leisten sich eine riskante Anpassung, um nachts besser sehen können. Sie nutzen die DNA ihrer… mehr

Seite:17641 Mini-Hirn ganz groß

Wie wichtig ist die Größe eines Gehirns für die Hirnleistung? Würzburger Forscher haben das an… mehr

Seite:17605 Die Mikroben-WG in der Käserinde

Wer morgens in sein Käsebrötchen beißt, der möchte wohl nicht so genau darüber nachdenken, welche… mehr

Seite:17433 Mikroben-Pakt seit Millionen Jahren

Ein ungleiches Paar kann sich wunderbar ergänzen. Eine dieser kuriosen Partnerschaften gibt es… mehr

Seite:17247 Wie Fische beim Schwimmen auf Kurs bleiben

Ob wir laufen, fallen oder uns drehen – unsere Augen informieren uns kontinuierlich über unsere… mehr

Seite:17214 Ein Signalweg für besseren Schlaf

Fast ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Schlaf. Die "senile Bettflucht" macht… mehr

Seite:17179 Kommandozentrale zur Selbstheilung entdeckt

Nur wenige Tiere sind Meister der Regeneration: Dazu gehören Axolotl und Zebrafische. Diese… mehr

Seite:17140 Immunzellen auf Kristalljagd

Forscher haben erstmals einen Rezeptor auf Immunzellen entdeckt, der an Kristalle aus Harnsäure… mehr

Seite:17095 Uralter Käse schmückt Mumie

Schmuck und Münzen sind beliebte Beigaben in alten Gräbern. Nun wurde bei einer uralten Mumie ein… mehr

Seite:17053 Neue Milbenart im Wurmgewand

Biologen müssen nicht immer in die Ferne reisen, um neue Arten zu entdecken. In den USA wurde ein… mehr

Seite:17040 Sonnenbrand schadet doppelt

Knallrote, brennende Haut und schlimmstenfalls sogar Blasenbildung – so äußert sich ein… mehr

Seite:16993 Neuer Klebestreifen nach Geckoart

Geckos sind nicht nur als Kletterkünstler berühmt. Auch in Punkto Reinlichkeit sind sie… mehr

Seite:16950 Betörender Duft lockt in den Tod

Schnappt die Falle einmal zu, gibt es für die Beute kein Entkommen mehr. Doch wie locken… mehr

Seite:16906 Warum nasse Finger schrumpeln

Für Kinder ist es ein Rätsel: Bei einem längeren Bad quellen die Finger auf und werden schrumplig.… mehr

Seite:16843 Atomarer Aufbau von Haifischzähnen entschlüsselt

Und der Haifisch, der hat Zähne: Haie sind vor allem für ihr Revolvergebiss bekannt, wodurch ihnen… mehr

Seite:16805 Farbgeheimnis von Guppys gelüftet

Während Guppy-Weibchen eher unauffällig ihre Bahnen durchs Aquarium ziehen, trumpfen die Männchen… mehr

Seite:16776 Wodka unterm Mikroskop

Auf den ersten Blick sieht es aus wie psychedelische Kunst. Doch hinter den farbenfrohen Kreisen… mehr

Seite:16742 Nikotin-Geruch schreckt Spinnen ab

Tabakschwärmerraupen können sich gefräßige Spinnen mit einer erstaunlichen Abwehrstrategie vom Leib… mehr

Seite:16670 Rüttel Dein Laub für mich, lieber Weihnachtsstern!

Weihnachtssterne gehören zur Weihnachtszeit wie Lebkuchen und Zimtsterne. Nur wenige Menschen… mehr

Seite:16610 Taufliegen fliegen auf Orangenduft

Fruchtfliegen sind bei der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz wählerischer als gedacht: In… mehr

Seite:16565 Eine verhängnisvolle Sex-Affäre

Fremdgehen mit tödlichem Ausgang: Weibchen einer eingewanderten Fangschrecken-Art ködern… mehr

Seite:16544 Spinnen spinnen trickreich

Beim Abseilen ziehen Spinnen die Seidenfäden mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Meter pro… mehr

Seite:16517 Wolf wurde in Europa zum Hund

Die Wandlung vom Wolf zum treuen Gefährten des Menschen hat auf dem europäischen Kontinent… mehr

Seite:16467 Infizierte Schmetterlinge täuschen Genetiker

Manche Tierarten sehen sich so ähnlich, dass selbst Spezialisten sie nicht unterscheiden können.… mehr

Seite:16443 Fische ohne Flossen

Mit einem Nobelpreis wurde dieses Jahr die Entdeckung des Vesikeltransports in Zellen belohnt.… mehr

Seite:16410 Bäume saugen Gold in Blätter

Geld wächst nicht auf Bäumen. Gold allerdings schon: Australische Forscher haben feinste… mehr

Seite:16365 Fledermäuse halten gefährliche Erreger in Schach

Die meisten Fledermausarten leben in großen Gruppen in Höhlen und können zur Nahrungssuche auch… mehr

Seite:16345 Haftung in Hochgeschwindigkeit

Geckos, Spinnen und Insekten können Wände hochlaufen oder auch mühelos an der Zimmerdecke hängen.… mehr

Seite:16297 Angriff auf die Lungenbläschen

MERS vs. H5N1: Deutsche Forscher haben die beiden gefährlichen Viren nun direkt miteinander… mehr

Seite:16206 Gerechtes Teilen schützt vor Alterung

Warum eine bestimmte Hefeart gegen das Altern immun ist, konnten nun erstmal Dresdner Forscher… mehr

Seite:16164 DNA-Impfung hält Parasit in Schach

Indische Forscher haben einen funktionierenden Impfstoff gegen Leishmania-Parasiten entwickelt. So… mehr

© 2007-2014 BIOCOM

http://www.laborwelt.de/aktuelles/bild-der-woche/insekten-aus-dem-all-identifiziert.html

Video

Alle Videos

Nachrichten

Nachrichten

Produkt der Woche

Alle Produkte