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Hüftgold schmilzt durch Adenosin
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Stoffwechsel

Hüftgold schmilzt durch Adenosin

Unter dem Mikroskop sind sie leicht zu unterscheiden: Das Energie-verbrennende braune und das lästige, weiße Fettgewebe. Wie man weißes in braunes Fett umwandeln kann und so die Pfunde purzeln könnten, zeigt nun ein internationales Forscherteam. 

Endlich das Hüftgold loswerden – davon träumen viele Übergewichtige. Die überflüssigen Pfunde an Bauch, Bein und Po bestehen aus sogenanntem weißem Fett. Es dient dem Körper als Speicher für nicht benötigte Energie und macht rund ein Fünftel des Körpergewichts aus. Das braune Fettgewebe hingegen verbrennt Energie und hält so den Körper auf konstanter Temperatur. Wie unerwünschte weiße Fettzellen in braune Fettzellen umgewandelt werden könnten, hat nun ein Team mit Forschern aus Deutschland, Schweden, Dänemark und Finnland untersucht. Ihre erstaunliche Entdeckung: Das körpereigene Adenosin aktiviert braunes Fett und „bräunt“ weißes Fett. Das Forscherteam um Alexander Pfeifer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsklinikum Bonn hat seine Ergebnisse am 15. Oktober im Fachjournal Nature veröffentlicht.

Ursprünglich wird Adenosin bei Stressreaktionen ausgeschüttet, wobei der Adenosinrezeptor A2A eine wichtige Rolle spielt. Dass Adenosin braunes Fett aktiviert, galt vorher als ausgeschlossen. Es gab mehrere Versuche mit Ratten und Hamstern, wobei sich zeigte, dass Adenosin braunes Fett blockiert. Die Wissenschaftler ließen sich von diesen Ergebnissen jedoch nicht beirren: Anhand brauner Fettzellen, die Patienten bei Operationen entfernt wurden, vollzogen die Wissenschaftler den Signalweg der Fettaktivierung über das Adenosin nach. Dabei zeigte sich, dass Ratten und Hamster in dieser Hinsicht anders reagieren als der Mensch. „Das braune Fett von Mäusen hingegen verhält sich genauso wie das unserer eigenen Spezies“, fasst Alexander Pfeifer zusammen.
 Die Forscher untersuchten auch, ob weiße Fettzellen durch Adenosin in braune Fettzellen umgewandelt werden können. Weiße Fettzellen lassen sich im Gegensatz zu den braunen normalerweise nicht zum Schmelzen des Hüftgolds bewegen, weil ihnen die dazu erforderlichen A2A-Rezeptoren fehlen. Deshalb transferierte das Wissenschaftlerteam in Mäusen das Gen für den Rezeptor aus braunen Fettzellen auf weiße. Daraufhin verhielten sie sich wie braune Zellen – und die Fettverbrennung wurde angekurbelt.
 „Durch die Gabe von Adenosin-ähnlichen Substanzen nahmen die Mäuse tatsächlich ab“, so Pfeifer. Es seien jedoch in diesem Zusammenhang noch viele Fragen zu untersuchen. Eine klinische Anwendung sei deshalb noch weit entfernt.

Übrigens konnte das Bonner Team um Alexander Pfeifer schon Anfang 2013 zwei Steuermoleküle für die Fettverbrennung ausfindig machen.

© laborwelt.de/al

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